Historisches Messehaus

Bereits die Römer wussten, wo das Leben lebenswert war. Im damaligen Tenedo erstellten sie eine erste Rheinbrücke mit mächtigen Wehrbauten auf beiden Uferseiten, welche fortan ein entscheidendes Bindeglied zwischen Helvetien und Germanien war. 

 

Eine bedeutende Rolle für die Entwicklung von Zurzach spielte die Verehrung der heiligen Verena. Die Überlieferung besagt, dass sie auf einem Mühlstein, von Solothurn her kommend, die Aare bis nach Koblenz hinunter kam und nach Zurzach übersiedelte. Im Soge der Wallfahrten an das Grab unserer Schutzpatronin entstanden im Mittelalter die weit über die Landesgrenzen hinaus berühmten Zurzacher Märkte und Messen.

 

Die Geschichte des Gasthofes zur Waag fängt im Jahre 1695 an. Das Messehaus war Stätte der Begegnungen und auch der Gastlichkeit. Der wunderschöne Innenhof war Markt- und Handelsplatz und damit auch Treffpunkt in Zurzach. Der Gasthof zur Waag ist jetzt liebevoll renoviert und bietet seinen Gästen alle Annehmlichkeiten eines modernen Hotels in einer angenehmen Atmosphäre.

 

Nachtzedel von der Verenamesse 1781:

Das Haus zur Waag beherbergte 56 Personen aus Basel, Belford, Elberfelt, Genf, Glarus, Lothringen, Nürnberg, Ravensburg, Saulgau, Schönheida (Sachsen), Solothurn, Winterthur, Zofingen und Zürich.
Orginal im Staatsarchiv Aarau.

 

Die Zurzacher Messehäuser

Wie sehr Zurzach von den Messen lebte, wiederspiegelt sich in seinem Ortsbild. Obwohl Zurzach nie Stadt sondern lediglich ein Marktflecken war, erhielt es durch seine ansehnlichen Bauten und den geschlossenen Häuserzeilen einen kleinstättischen Charakter. Jeder eingesessene Zurzacher hatte das Recht, in seinem Haus Wein ausschenken und Messebesucher beherbergen zu dürfen. Man war deshalb bestrebt, möglichst viele Warengewölbe und Gästezimmer zu vermieten, denn der Goldregen fiel nur zweimal jährlich. Bis unters Dach wurden die hintersten Winkel der vermietbaren Lagerräume oder Schlafkammern ausgebaut. Etliche Häuser wurden im 17. Jh. aufgestockt und rückseitig mit Anbauten versehen. Damals begannen sich jene von Laubengängen umschlossenen Innenhöfe zu bilden, die wir heute als typisches Merkmal für Zurzacher Messehäuser betrachten. Wie in mittelalterlichen Städten üblich, gab man auch hier fast allen Häusern oft exotisch klingende Namen wie : Zitronenbaum, Elefanten, Tigertier, Goldene Katz, Affenwagen oder Meerfräulein.

 

15. Jahrhundert

In diesem entstehen in Zurzach die grossen Kaufhäuser. Wiederaufbau nach dem Brand 1471, der den ganzen Unterflecken einäscherte.

 

16.Jahrhundert

Blütezeit der Zurzacher Messen. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts entstehen in Zurzach eine ganze Reihe stattlicher Steinbauten. Treppengiebel und Staffelfenster sind die auffälligsten Merkmale dieser spätgotischen Häuser wie das Haupthaus des Gasthofes zur Waag.

 

17. Jahrhundert

Obgleich die Messen durch die Pest und Kriege ihre ersten Rückschläge erlitten, konnte das Bauvolumen im Flecken von Zurzach entscheidend vergrössert werden. Zahlreiche Häuser werden aufgestockt und erhalten Quergiebel gegen die Strasse. Zierliche, bunt bemalte Fachwerkhäuser beherrschen das Strassenbild.

 

18. Jahrhundert

1700 Neubau des Kapitelhauses, 1717 entsteht die reformierte Kirche, 1733 Barockisierung des Verenamünsters, 1726/78 Rathauserneuerung und 1773 Bau der Propstei.  Wichtige Bauten werden neu erstellt oder erhalten ein zeitgemässes, repräsentatives Aussehen.

 

19. Jahrhundert

In der Biedermeierzeit, kurz vor dem Ende der Messeherrlichkeit, entstehen noch richtige Messehöfe z.B. beim Haus zur Waag. Auch das reformierte Pfarrhaus stammt aus dieser Zeit.

 

Quelle: Bezirksmuseum Höfli Zurzach

 

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